+++ ACHTUNG +++

---

Eingeschränkter Trainingsbetrieb in den Sommerferien

Bitte Hinweise unter Nachrichten beachten

---

Dojokun und die zwanzig Prinzipien des Gijin Funakoshi

Das Dojo ist ein Ort der Ruhe und des Respektes voreinander und der vor der Natur, ein Ort der der Übung und Meditation. So ist es ein geschützter Raum, in dem sich die Übenden öffnen können ohne Angst vor Verletzungen zu haben. Hier kann man jemanden näher herankommen lassen. Dort wird sowohl der technische als auch der psychische Aspekt einer Kunst geübt, um letztlich eine charakterliche Reife zu erlangen. Das Üben von Achtsamkeit und Bescheidenheit hilft dabei, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen und Teil des Dojos zu werden. Um diesen Raum der inneren Sammlung bewahren zu können bedarf es einiger einfacher Verhaltensregeln, die einen achtsamen Umgang miteinander gewährleisten.

1. Das Dojo ist ein Ort der Stille und der Achtung vor sich selbst und anderen. Beim Betreten und Verlassen des Dojos verbeugt man sich an der Türe (Ritsu Rei).

2. Pünktliches Erscheinen beim Training ist selbstverständlich. Kommt ein Schüler dennoch verspätet ins Training, holt er die Gymnastik leise nach und schließt sich ohne Erklärung oder Entschuldigung seiner Übungsgruppe an.

3. Während des Unterrichts wird nicht gesprochen und kein Kaugummi gekaut. Auftauchende Fragen richten sich an den Lehrer. Durch eine stille Verbeugung macht sich der Schüler bemerkbar. Nach Beantwortung der gestellten Frage verbeugt er sich und übt still weiter.

4. Muss ein Schüler während des Unterrichts hinausgehen, macht er sich leise durch eine Verbeugung bemerkbar, nennt dem Lehrer den Grund und entfernt sich unauffällig.

5. Finger- und Fußnägel sind kurz zu halten. Uhren, Ketten, Ringe und sonstiger Schmuck sind vor dem Training abzulegen. Vor dem Unterricht sind Gesicht, Hände und Füße zu waschen, soweit dies die Örtlichkeiten erlauben. Die Bekleidung darf nicht schmutzig sein. Der Karate-Gi besteht aus einer Jacke, eine Hose und einem Gürtel und wird komplett getragen.

6. Jeder Schüler übernimmt Eigenverantwortung: Bei Schmerzen oder zu starker Ermüdung im Verlauf eines Trainings ist dies abzubrechen. Er verbeugt sich vor dem Lehrer, nennt den Grund, nimmt im Seiza Platz und legt seinen Gürtel zusammengefaltet vor sich auf den Boden. Ein so in sich Zurückgezogener darf nicht zur Übung oder zum Kampf aufgefor-dert werden.

7. Nimmt ein Schüler nicht aktiv am Training teil, folgt er dem Training aufmerksam ohne die anderen zu stören. Selbst bei Erschöpfung lässt er sich nicht gehen, sondern übt den Respekt vor den noch Übenden.

8. Die Schüler sind zueinander freundlich und zuvorkommend. Es darf niemand einen anderen kränken oder mutlos machen. Die Sempai (= ranghöheren Schüler) sind Vorbilder und Tutoren der Kohai (= rangniedrigerer Schüler). Ranghöhere nehmen beim Üben Rücksicht auf die Fähigkeit des Rangniedrigeren.

9. Selbst für Gäste oder Zuschauer gelten die Dojo- Kun. Rauchen, sprechen oder sonstige Störungen im Dojo sind nicht gestattet. Jeder Karate-Schüler verhält sich in der Öffentlichkeit bescheiden und prahlt nicht mit seinem Können. Er verhält sich so, dass weder das Ansehen des Karate, noch das Ansehen seines Dojos Schaden nehmen.

Text und Übersetzung: Thorsten Hiehler-Stark, 3. Dan
Mit freundlicher Genehmigung von www.toshiya.de - Dein Magazin für Karate, Kampfkunst und Kultur